Jeder denkt nur an sich. Nur ich nicht. Ich denke an mich >> Beitragssatzstabilisierungsgesetz.
Über die GKV-Reform 2027, das sogenannte Beitragssatzstabilisierungsgesetz, ist schon mehr als genug geschrieben und gesprochen worden. In diesem verSCHERFFten Blogbeitrag geht es mir um etwas ganz anderes, dennoch möchte ich die wichtigsten Punkte kurz und knackig zusammenfassen.
Höhere Kosten für Versicherte: Höhere Medikamenten-Zuzahlung: Steigt auf mindestens 7,50 € und maximal 15 € pro Verordnung. Teurerer Zahnersatz: Der Kassen-Festzuschuss sinkt um 10 % (Kasse zahlt nur noch 50 % statt 60 % der Regelversorgung).
Krankenhaus & Heilmittel: Klinikaufenthalte kosten 15 € statt 10 € pro Tag. Auch für Physiotherapie und Co. steigt die Pauschale auf 15 €. Aus für Homöopathie: Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten alternative Behandlungen nicht mehr standardmäßig.
Beiträge & Einkommensgrenzen: Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze: Gutverdiener zahlen durch eine außerordentliche Anhebung der Bemessungs- und Versicherungspflichtgrenze spürbar mehr Beiträge.
Ende der kostenlosen Familienversicherung (ab 2028): Bisher kostenfrei mitversicherte, nicht berufstätige Ehepartner kosten künftig 2,5 % der beitragspflichtigen Einnahmen. Es gibt nur wenige Ausnahmen.
Neue Regelungen & Sparmaßnahmen: Einführung einer Teilkrankschreibung: Es wird rechtlich möglich, trotz Krankschreibung in verringertem Stundenumfang zu arbeiten. Einschnitte bei Leistungserbringern: Honorardeckelungen bei Ärzten, Einsparungen bei Kliniken und höhere Zwangsrabatte für die Pharmaindustrie.
Mit dem neuen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird zusätzlich die ärztliche Zweitmeinung ab dem 1. Januar 2027 für bestimmte Operationen verpflichtend….
Jeder denkt nur an sich. Nur ich nicht. Ich denke an mich. Und was ist dann bitteschön mit der eigenen Gesundheit?
Wir Deutschen haben es echt drauf! Wir diskutieren über das Gesundheitssystem, als wäre es ein Naturereignis, das einfach über uns hereinbricht. Zu wenig Ärzte. Zu wenig Pflegekräfte. Zu lange Wartezeiten. Zu hohe Krankenkassenbeiträge. Milliardenlöcher. Pflegenotstand.
Und dann kommt die große Frage: Wie konnte das nur passieren? Heul doch!
Die Antwort ist ganz einfach: Weil wir ein Gesundheitssystem erwarten, das uns repariert, während wir im Alltag alles dafür tun, kaputtzugehen. Das klingt hart. Soll es auch!!!
Denn die unbequeme Wahrheit ist: Ein erheblicher Teil der Menschen interessiert sich einen Dreck dafür, wie es langfristig mit dem Gesundheitssystem weitergeht. Warum sollten sie auch! Man regt sich lieber über steigende Beiträge auf, bestellt aber zum vierten Mal in der Woche hochverarbeitete Kalorienbomben. Man beschwert sich über fehlende Arzttermine, bewegt sich nur vom Bürostuhl zum Auto, vom Auto aufs Sofa und vom Sofa ins Bett. Man hat angeblich keine Zeit für 30 Minuten Bewegung pro Tag, aber drei Stunden täglich für Social Media, Streaming und sinnloses Herumscrollen.
Jeder denkt nur an sich. Nur ich nicht. Ich denke an mich. Genau da liegt der Unterschied.
An sich zu denken bedeutet nicht, egoistisch zu sein. Es bedeutet, Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen, bevor die Rechnung bei allen anderen landet. Denn unser Gesundheitssystem ist längst zu einem Reparaturbetrieb geworden. Wir warten, bis etwas weh tut. Bis der Blutdruck zu hoch ist. Bis der Blutzucker entgleist. Bis wir 30 Kilo zu viel auf den Rippen haben. Bis der Rücken nicht mehr mitmacht. Bis wir nachts nicht mehr schlafen. Bis die Psyche zusammenbricht.
Dann soll bitte jemand anders GANZ SCHNELL das gesundheitliche Problem lösen. Der Arzt. Die Krankenkasse. Die Politik. Die Pharmaindustrie. Der Arbeitgeber. Die Gesellschaft.
Alle sind schuld – außer der Person, die seit ganz vielen Jahren ganz genau weiß, dass sie dringend etwas ändern müsste.
Wir leben in einer Gesellschaft der maximalen Bequemlichkeit. Rolltreppen, Aufzüge, Lieferdienste, Autos für Strecken von 800 Metern, Essen per App bis an die Wohnungstür. Selbst zum Einkaufen muss man kaum noch das Haus verlassen. Wir sparen uns jeden Schritt – und kaufen uns anschließend eine Fitnessuhr, die uns daran erinnert, dass wir uns zu wenig bewegen.
Was für eine absurde Zeit!!!
Dann kommt die Ernährung. Frühstück aus Zucker und Weißmehl. Zwischendurch irgendein Riegel. Mittags Fast Food. Nachmittags Kaffee mit irgendetwas Süßem. Abends Fertiggericht, Snacks und Alkohol. Gemüse? Ja, als Dekoration auf dem Burger.
Wenn dann Übergewicht, Fettleber, Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes vor der Tür stehen, tun wir so, als hätte uns der Blitz getroffen und schauen aus der Wäsche wie Louis de Funès in seinen besten Zeiten.
Nein. Viele dieser Entwicklungen kommen nicht aus dem Nichts. Sie sind das Ergebnis von Gewohnheiten, die über Jahre hinweg täglich wiederholt werden und zur AUTOMATISIERTEN NORMALITÄT wurden.
Dazu der Bewegungsmangel. Der moderne Mensch sitzt sich krank. Acht Stunden Arbeit. Autofahrt. Sofa. Handy. Bett. Am Ende wundert man sich, warum der Körper aussieht und funktioniert, als wäre er seit Jahren stillgelegt.
Hauptsache, wir diskutieren über die Wartezeit beim Orthopäden.
Social Media macht die Sache noch schlimmer. Wir vergleichen uns zu Tode, lassen uns permanent beschallen, schlafen schlechter und können uns kaum noch fünf Minuten konzentrieren. Jede freie Sekunde wird mit dem nächsten Dopamin-Kick zugeschüttet. Das Handy liegt morgens neben dem Bett und abends praktisch schon auf dem Kopfkissen.
Meditation? Bewegung? Kochen? Schlaf? Sonnenlicht? Ein Spaziergang ohne Bildschirm? „Keine Zeit.“ Natürlich nicht. Der Mensch muss ja noch 47 Minuten Reels anschauen.
Nun kommt der politische Teil, den niemand hören will: Wir können nicht dauerhaft ein Gesundheitssystem finanzieren, in dem immer mehr Menschen krank werden und gleichzeitig immer weniger Bereitschaft besteht, die beeinflussbaren Ursachen im eigenen Leben ernst zu nehmen.
Das bedeutet nicht, dass jeder Kranke selbst schuld ist. Das wäre dumm und menschenverachtend. Es gibt Genetik, Unfälle und Krankheiten, die niemand verhindern kann. Diese Tatsache darf allerdings nicht als Ausrede dienen, um so zu tun, als hätte persönliches Verhalten grundsätzlich keinen Einfluss auf unsere Gesundheit. Hat es. Und zwar massiv!!!
Ein Gesundheitssystem kann behandeln. Es kann operieren. Es kann Medikamente bereitstellen. Es kann Leben retten. Aber es kann Ihnen nicht jeden Morgen Ihr Frühstück wegnehmen, Sie zum Spaziergang zwingen, Ihr Handy ausschalten, Sie um 22 Uhr ins Bett legen und Ihnen beibringen, dass Ihr Körper kein Mülleimer ist. Diese Verantwortung kann Ihnen niemand abnehmen.
Wir brauchen nicht mehr Geld im System. Nicht nur mehr Ärzte. Nicht nur mehr Pflegekräfte. Wir brauchen eine Gesellschaft, die endlich begreift: Gesundheit ist nicht etwas, das man beim Arzt abholt. Gesundheit ist etwas, an dem man jeden Tag arbeitet.
2011 waren wir bei 295,4 Milliarden Euro.
2020 landeten wir schon bei 438,9 Milliarden Euro.
2024 schon bei sage und schreibe 538,2 Milliarden Euro.
Die Gesamtausgaben im deutschen Gesundheitswesen stiegen für 2025 nach bisherigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes auf satte 579,5 Milliarden Euro an. Das entspricht einem deutlichen Anstieg von etwa 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Meiner verSCHERFFten Meinung nach ist es verdammt noch einmal Zeit für eine neue Ehrlichkeit.
SIE haben nicht automatisch ein Recht darauf, jahrzehntelang jeden gesundheitlichen Warnhinweis zu ignorieren und anschließend empört zu sein, dass die Gemeinschaft die Konsequenzen finanzieren muss. Solidarität ist wichtig. Unverzichtbar sogar. Solidarität darf allerdings nicht bedeuten: Ich mache mit meinem Körper, was ich will und wenn es schiefgeht, sollen bitte alle anderen dafür geradestehen.
Wir müssen aufhören, Krankheit ausschließlich als Problem des Gesundheitssystems zu betrachten. Das Gesundheitssystem ist häufig nur der letzte Ort, an dem sichtbar wird, was vorher jahrelang schiefgelaufen ist.
Der Kampf um ein bezahlbares Gesundheitssystem beginnt nicht erst im Bundestag. Er beginnt im Supermarkt. Auf dem Fahrrad. Auf der Treppe. In der Küche. Im Bett. Im Kopf. Vielleicht und vor allem in dem Moment, in dem Sie Ihr Handy weglegen und sich fragen:
Was tue ich eigentlich selbst dafür, nicht der nächste vermeidbare Dauerpatient zu werden? Denn am Ende gilt: Jeder denkt nur an sich.
Wir sollten endlich damit anfangen, das richtig zu verstehen. Denken Sie an sich. Bewegen Sie sich. Schlafen Sie sich aus. Kochen Sie sich etwas Gesundes und Vernünftiges. Hören Sie auf, Ihren Körper täglich zu sabotieren. HÖREN SIE AUF, überrascht zu sein, wenn er IHNEN irgendwann seine Rechnung präsentiert. Das ist nicht nett. Aber nett hat uns bis hierher gebracht.
Ihnen möchten wir gerne Sicherheit geben und Unsicherheit nehmen. Für eine klare Grundlage Ihrer persönlichen Entscheidungen für Ihre Gesundheit. Nicht nach Trend, nicht auf Verdacht und nicht nach einer pauschalen Monatszahl. Sondern auf Basis Ihrer Werte, Ihrer Situation, Ihrer Ziele und unserer verSCHERFFten Expertise sowie großer Lebens- und Berufserfahrung.
ERFAHRUNG kommt von erfahren.
Gesundheit darf niemals eine Frage des Zufalls sein – sondern Ihrer Entscheidung! GESUNDHEIT bewegt uns seit Jahrzehnten, dafür brennen wir bis heute lichterloh. Bleiben Sie sportlich aktiv, positiv denkend und daraus resultierend wie immer gesund.
Herzlichst,
Andreas Scherff