Für den heutigen Newsletter werde ich evtl. wieder Schelte bekommen, allerdings bin ich dafür bekannt meine Meinung konstruktiv, sachlich und fachlich fundiert preisgeben zu wollen. Mein Motto > Wissen teilen <!

Schließlich ist GESUNDHEIT seit 1982 mein hauptberufliches Thema und nicht umsonst sitze ich jährlich immer wieder auf der Schulbank, um mich unter anderem von hochgebildeten sowie mitdenkenden Professoren für Gesundheitsökonomie oder Volkswirtschaft weiterbilden zu lassen.

Bevor wir zu den GKV – Verbesserungsvorschlägen kommen, diese sind ganz unten, schauen wir uns noch einmal die aktuelle Situation an.

Beide Systeme (GKV sowie PKV) sind unter anderem abhängig von der demographischen Entwicklung in unserem wunderschönen Land. Wir benötigen als Nachwuchs, jede Menge davon, gesunde, junge, in das Sozialsystem einzahlende Menschen. Die demographischen Entwicklung können Sie auf der Homepage des Statistischen Bundesamtes einsehen. Es lohnt sich!

https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/#!y=1951&v=2

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wurde in Deutschland 1884 als erste Leistung aus dem Bereich der Sozialversicherungen von Otto von Bismarck als Teil des deutschen sozialversicherungsrechtlichen Solidarsystems eingeführt.

Die GKV ist ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems und grundsätzlich eine verpflichtende Versicherung für alle Personen in Deutschland, die als nicht versicherungsfrei eingestuft werden.

Die Finanzierung basierte damals auf das Umlageverfahren. Die Einzahlenden kümmerten sich um die, die früher eingezahlt hatten. Heute basiert die Finanzierung der GKV auf drei Säulen. Sie setzt sich aus den Beiträgen, Bundeszuschüssen sowie Zusatzbeiträgen zusammen. Es werden KEINE Rücklagen für die Zukunft gebildet.

Die Krankenkassen ziehen monatlich von ihren Mitgliedern Beiträge zur Krankenversicherung ein und leiten diese direkt an den Gesundheitsfonds weiter. Der Gesundheitsfonds wiederum schüttet pro Monat eine Zuweisung an die Krankenkassen für durchschnittliche Leistungs- und Verwaltungsausgaben aus. Kommen einzelne Krankenkassen mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht aus, können sie einen Zusatzbeitragssatz von ihren Mitgliedern erheben und diesen dann natürlich bei Bedarf auch erhöhen.

Der GKV Versicherte ist Teil eines geschlossenen Systems zugelassener Behandler (Ärzte, Zahnärzte, Apotheken, Psychotherapeuten, Heilhilfsberufe, Krankenhäuser etc). Die Behandler sind über den Leistungsumfang, den sie erbringen und abrechnen dürfen, informiert. Sie bieten dem Kassenpatienten auch Leistungen an, die nicht Teil des Versorgungssystems sind, müssen ihn aber explizit auf die fehlende Erstattungsfähigkeit durch die gesetzlichen Kassen hinweisen.

Der Leistungsumfang ist variabel und kann jederzeit vom Gesetzgeber verändert werden.  Welche Veränderungen konnten Verbraucher in der Vergangenheit zum Beispiel feststellen?

 

Veränderung                                                              1980                          2019

Zuzahlungen für Medikamente                              NULL €                     5€ bis 10€ je Arznei

Zuzahlungen für Heilmittel                                     NULL €                     10 % + 10€ je Verordnung

Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte          NULL €                     Bis zu 280€ jährlich

Zuzahlungen für Krankentransporte                     NULL €                     5€ bis 10€ je Fahrt

Bagatellmedizin (z. B. gegen Schnupfen)            NULL €                    100 % der Kosten

Lohnfortzahlung                                                        100 %                       ca. 70 % vom Bruttogehalt

Zahnersatz                                                                  Bis zu 100 %           ca. 40 %, es gibt geringe Festzuschüsse

 

Wichtig ist: Dem Mitglied der Gesetzlichen Krankenkassen stehen gem. § 12 SGB V a u s r e i c h e n d e, z w e c k m ä ß i g e, w i r t s c h a f t l i c h e und das Maß des N o t w e n d i g e n nicht überschreitende Gesundheitsleistungen zur Verfügung.

Nun, wie werden sich denn die Beiträge in der GKV in den nächsten Jahren entwickeln?

Gut zu wissen > Unsere Bundesregierung hat vor nicht allzu langer Zeit den zusätzlichen Finanzbedarf der GKV in Zahlen beziffert: Um die schon wieder vorhandenen sowie absehbaren weiteren Lücken zwischen Einnahmen und Ausgaben zu decken, wird der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der GKV ab 2024 jedes Jahr um weitere 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte erhöht werden.

Puh, auf die GKV-Versicherten werden also beträchtliche Mehrkosten zukommen, denn wer rechnen kann, ist klar im Vorteil. Für den Durchschnittsverdiener wird also der GKV Beitrag in den kommenden Jahren um rund 30 Prozent auf ca. 756 EUR steigen.

Für Arbeitnehmer über der JAEG (Jahresarbeitsentgeltgrenze) wird sich der Monatsbeitrag eines GKV-Versicherten von heute durchschnittlich 808 Euro im Monat bis zum Jahr 2030 auf dann 1.148 Euro steigen, OHNE die allseits bekannte PflegePFLICHTversicherung versteht sich.

Was ist die Lösung für die GKV Versicherten? Immer höhere Bundeszuschüsse sind keine Lösung – sondern ein Problem!!!

Viele in der politischen Maschinerie wollen natürlich keine unbequemen Reformen mit einer Leistungsreduzierung in der gesetzlichen Kasse für eine Stabilisierung der GKV Beiträge auf dem heutigen Niveau.

Diese Politiker rufen nach weiteren Bundeszuschüssen aus dem Steuertopf. Allerdings frage ich mich wirklich, ob es nicht auch die Aufgabe der Politik ist, die Nachhaltigkeit des Ganzen im Auge zu behalten? Unsere jungen Generationen sind meiner Meinung nach bzgl. der vorhandenen Staatsverschuldung bis zum Anschlag belastet.

Was bitteschön soll noch alles steuerfinanziert werden? Unsere Autobahnen und Straßen sind häufig marode und es wird hier und da geflickt, unzählige Brücken hängen am seidenen Faden, Schulen, deren Turnhallen sowie Toiletten und vieles, vieles mehr sind am Limit in der Zustandsbetrachtung. Dazu kommt die Unterstützung viele weiterer Sozialleistungen aus den Steuertöpfen.

Daher ist die Frage doch berechtigt: WIE soll das alles zu bezahlen sein? Gehen wir alsbald nur noch arbeiten um Steuern zu zahlen?

Dementsprechend gibt es für die GKV nur zwei Wege, die wir gehen können und meine Meinung hat sich manifestiert durch unzählige Professoren und Hunderte von Stunden, die ich denen zuhören durfte.

Die Lösung ist ganz einfach > Entweder die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben gleich, dann geht der Beitrag deutlich nach oben, ich scheue mich auch nicht drastisch zu schreiben, siehe die oben aufgeführte Prognose.

Die ganz klare Alternativlösung ist die Reduzierung des Versicherungsschutzes in der GKV, damit der Beitrag auf dem jetzigen Niveau verbleiben kann.

Welche Lösungsvorschläge wurden denn von Professoren, von Wirtschaftswissenschaftlern, Lehrstuhlinhabern für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft gemacht?

  1. Die Einführung einer Selbstbeteiligung in der gesetzlichen Krankenversicherung von z. B. 800 € im ambulanten Bereich pro Kopf und pro Jahr. Meine Anmerkung dazu: Wie geht man mit Leistungen um wenn man nicht erfährt, was diese kosten und wenn man an diesen Ausgaben nicht beteiligt ist? Gute Frage, oder?
  1. Zudem wurde vorgeschlagen: Die Streichung der Zahnleistungen aus dem Versorgungskatalog der GKV und die mögliche Privatisierung dessen. Erinnern Sie sich? Das hatten wir schon einmal unter Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer.
  1. Die ganz klare Spezialisierung von Krankenhäusern und nicht jedes Haus macht und kann scheinbar alles. Das gibt es übrigens schon alles im ambulanten Bereich oder warum gehen Sie z. B. mit Zahnschmerzen nicht zum Hausarzt?

Übrigens, beim letzten Punkt sehen Sie, Spezialisierung macht absolut Sinn, auch in meiner glorreichen Branche, wo die meisten meinen, alles zu können. Das ist sehr gefährlich, übrigens für alle, erst Recht im Leistungsfall!

Genau aus diesem Grunde bin ich seit Jahrzehnten auf die GESUNDHEIT spezialisiert! Es ist besser so, glauben Sie mir, für meine / unsere Mandanten und natürlich auch für mich!

Machen Sie es gut, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bleiben Sie sportlich und daraus resultierend gesund! Herzlichst Ihr Andreas Scherff