MIT oder OHNE PKV Altersrückstellungen?

Immer wieder erreichen mich Anfragen zu der o. a. Fragestellung, daher möchte ich die Gelegenheit nutzen diesen Newsletter zu verfassen. 

Mit dem Älter steigt in der Regel das Risiko krank zu werden und somit höhere Kosten im Gesundheitswesen zu verursachen. 

Altersrückstellungen in der privaten Krankenversicherung (PKV) sorgen dafür, dass der Fakt des Älterwerdens nicht automatisch zu steigenden Beiträgen führt. Der Beitrag in der PKV ist nämlich kalkuliert unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Kosten pro Kopf zu bestimmten Altersgruppen, der durchschnittlichen Lebenserwartung und dem wahrscheinlichen Abgang von Versicherten, die ihre Alterungsrückstellungen dabei teilweise an die Versichertengemeinschaft vererben. 

Die sogenannten Altersrückstellungen dienen demnach in der Kalkulation privaten Krankenversicherung nach dem sogenannten Äquivalenzprinzip der Beitragsermäßigung oder Begrenzung eventueller Beitragserhöhungen der älteren Versicherten ab Alter 65.

In einer Vollversicherung müssen diese Altersrückstellungen gebildet werden.

Kinder- und Jugendlichen Tarife hat der Gesetzgeber allerdings von der Bildung der Altersrückstellungen ausgenommen.

In einer Zusatzversicherung können Altersrückstellungen gebildet werden.

Kalkulierte Altersrückstellungen

Noch einmal eine kurze Wiederholung:

Ältere Personen verursachen in der Regel höhere Kosten bei der medizinischen Versorgung als junge Menschen. Eine ältere Person hätte somit OHNE kalkulierte Altersrückstellungen eine deutlich höhere Prämie zu zahlen als ein junger Mensch. 

Da diese Kostendifferenz des Altersrisikos nicht unerheblich ist, sollte auch in der Zusatzversicherung überlegt werden ob es Sinn macht, dass ein junger Mensch einen Mehrbeitrag zu dem eigentlichen Altersrisiko zahlt.  Diesen Mehrbeitrag nennen wir, wie erwähnt, Alterungsrückstellung.

Hier wird Kapital angesammelt zur Finanzierung der später entstehenden höheren Kosten der älteren Versicherten.

Welcher Vorteil liegt bei Tarifen mit Altersrückstellungen auf der Hand?

Es gibt einen theoretisch gleichbleibenden Beitrag (abhängig von der Kostenentwicklung im Tarif sowie von der Sterbetafel) und somit keine hohen Beitragssprünge wegen des reinen Älterwerdens.

Gibt es evtl. auch Nachteile?

Bei einer evtl. Vertragskündigung der Zusatzversicherung MIT Altersrückstellungen verbleiben diese leider beim Versicherer. Des Weiteren sind die PKV Zusatztarife mit diesen Rückstellungen am Anfang teurer als in den Tarifen OHNE.

In Zusatztarifen ohne Alterungsrückstellungen wird nämlich nur nach dem tatsächlichen Risiko je nach Alter kalkuliert. Hier gibt es also feste Tarifbeiträge für eine Altersgruppe und je nach Alter steigt die Prämie an. 

Es gibt Tarife da geschieht diese Erhöhung Jahr für Jahr und bei anderen Anbietern alle paar Jahre. Weiterhin gibt es Tarife am Markt mit einem bestimmten Grenzalter für den Verzicht auf die Bildung von Altersrückstellungen,

z. B. :Versicherbar bis zum Alter von 39 Jahren und danach die Fortführung in einem Tarif mit Altersrückstellungen zu dem dann gültigen Alter.

Altersrückstellungen in der PKV:

Wir haben für Sie den Durchblick im Tarif-Dschungel!

Gibt es Vorteile?

Aufgrund der fehlenden Alterungsrückstellungen ist der Zahlbeitrag deutlich niedriger. Junge Menschen haben somit die Möglichkeit bei einem niedrigen Einkommen einen wirklich sehr guten Versicherungsschutz zu erhalten.

Bestehen Nachteile?

Der Beitrag erhöht sich aufgrund des Älterwerden entweder von Jahr zu Jahr oder z. B. alle 3 oder 5 Jahre und zum Renteneintritt mehr als deutlich.

Hier kommt nun ein Beispiel für eine 30-jährige versicherte Person in einem top Tarif einer stationären Absicherung, Stand heute:

Prämie OHNE Altersrückstellungen: ca. 18 Euro im Monat. Steigt kontinuierlich an.

Prämie MIT Altersrückstellungen: ca. 36 Euro im Monat. Bleibt in der Regel konstant, siehe Erklärung im Newsletter.

Lassen Sie sich in der Beratung beide Varianten aufzeigen um zu entscheiden welche Tarife sich dauerhaft besser rechnen. Es bestehen Rückfragen? Jederzeit gerne!

Ihr Andreas Scherff

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